Hochprozentiges aus Japan – Sake, Shōchū und Umeshu sind typische, japanische Spirituosen

Wenn gleich nicht alle japanischen Ursprungs sind, so werden sie doch gern bei vielen Anlässen gereicht und gern getrunken. Im Land der aufgehenden Sonne gehört ein Gläschen Hochprozentiges zum Alltags-Ritual.  

Sake (Reiswein)

In Deutschland ist Sake, der japanische Reiswein mit 15 – 20 Volumenprozent Alkohol, wohl das bekannteste unter den alkoholischen, japanischen Getränken. Doch obwohl der Reis stark stärkehaltig ist, mit der Vergärung zu Alkohol macht er Probleme. So erzählt die Geschichte, dass in früherer Zeit (etwa 3. Jahrhundert vor Christus) Mädchen den Reis zerkauten und diesen anschließend in Gefäße spukten, wo er zu gären begann. Der so vergorene Reisbrei hatte nur einen geringen Alkoholgehalt und wurde als Brei verzehrt. Das änderte sich erst als im 5. Jahrhundert n. Chr.) Hefe-Pilzkulturen aus China eingeführt wurden. Seit 1637 stellt eines der ältesten Unternehmen der Welt, Gekkeikan, Sake her. Um aus Reis Sake zu erzeugen, bedarf es eines mehrstufigen, zeitaufwendigen Prozederes. Allein die Reifung des bereits fertigen Rohproduktes beträgt 6 bis 12 Monate, dann erst kann der Sake Reiswein in Flaschen abgefüllt und an den Verbraucher vermarktet werden.  

Vier Qualitätssorten werden vermarktet:

  • Futsu-shu – eine Standard-Qualität
  • Junmai-shu sowie Honjozo-shu – gute Qualitäten
  • Junmai Ginjo-shu, Ginjo-shu – beides sehr gute Qualitäten
  • Junmai Daiginjo-shu, Daiginjo-shu zwei der Spitzenqualitäten
Sake kann kalt oder heiß getrunken werden, wobei das Heißgetränk vornehmlich im Winter angeboten wird. Die Spitzenqualitäten werden mit einer Trinktemperatur von 7 oC serviert. Sake wird sowohl als Aperitif als auch als Digestif zum Essen gereicht. Die Speisewürze Mirin, eine süße Variante mit weniger Alkohol wird nur in der Küche verarbeitet.

Shōchū (wörtlich Branntwein)

In Japan hergestelltes, hochprozentiges Destillat mit 25 bis 43 Volumenprozent Alkohol. Sein Ursprung hat der Shōchū wahrscheinlich in China. Die Basis zur Herstellung von Shōchū ist üblicher Weise Gerste, es kommen aber auch Reis, Süßkartoffeln oder Zuckerrohr zum Einsatz. Seltener sind es Buchweizen oder Edelkastanien oder gar Milch. Auch hier kommen bei der Aufschließung der Stärke Schimmelpilze zum Einsatz, dann allerdings wird der Alkohol nicht ausgepresst, sondern mehrmals destilliert. Auf Grund der verschiedenen Basisprodukte reicht die Geschmackspalette von „leicht nussig“ über „erdige Varianten“ bis hin zu angenehmen Mandelaromen. Der Shōchū wird in zwei Qualitäten oder auch Geschmacksrichtungen angeboten: Kōrui shōchū, er wird zwei- oder mehrmals destilliert ist zwar hochprozentig, dafür ist er aber fast geschmacks- und geruchslos, allerdings bestens geeignet für Mixgetränke. Shōchū otsurui, wird gern als „echter“ Shōchū bezeichnet, wird pur getrunken. Bei der jungen Generation ist der Shōchū stark im Vormarsch, er hat die bisherige Alleinstellung des Sake bereits gebrochen und wird ständig beliebter. Umeshu (japanischer Fruchtlikör) Dieser Fruchtlikör wird je nach Jahreszeit warm oder kalt getrunken. Dir Frucht, die dem Likör ihren Namen gab, ist die japanische Ume, eine nahe Verwandte der Aprikose, in Japan auch häufig Umen-Aprikose genannt. Der aus ihr gewonnene Likör ist entweder süß oder süß-sauer. In jedem Fall aber im Geschmack äußerst mild und aromatisch, so dass ihn Menschen genießen, die ansonsten einen großen Bogen um alles Alkoholische machen. Irrtümlich wird der Umeshu in Deutschland auch häufig „Pflaumenwein“ genannt, obwohl er mit den Pflaumen nichts gemein hat. Die Billigvariante des Umeshu wird mit dem Aroma der Ume und mit Weißwein hergestellt, im Grunde ein weißweinhaltiges, aromatisiertes Erfrischungsgetränk.
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