Grünen Tee richtig zubereiten: So gelingt der perfekte Tee

Die Zubereitung von grünem Tee ist eine Kunst für sich. Nicht umsonst wurden in Japan ausführliche Teezeremonien entwickelt, in denen der Tee kunstvoll aufwendig zubereitet wurde. Teezeremonien erfüllten nicht nur eine spirituelle und unterhaltende Funktion: Guter grüner Tee benötigt viel Sorgfalt und genau die richtige Zeit, da er sonst bitter wird und an Aroma verliert.

Die klassische Teezeremonie in Japan folgt einem Ritual der Zen Lehre. Sie spiegelt das japanische Verständnis von Entspannung Gastfreundschaft wieder

 

Die Hauptzutat: Der grüne Tee

Die Qualität der Teeblätter spielt eine wichtige Rolle für das Aroma des Heißgetränks. Um die Qualität auch nach dem Kauf zu erhalten, sollte der Tee sorgsam gelagert werden. Dazu eignen sich beispielsweise klassische Teedosen aus Metall, aber auch Gläser mit Korkverschluss. Bei Naturmaterialien wie Kork ist die Hygiene besonders wichtig. Plastikdosen sind nur eingeschränkt zu empfehlen, da sowohl die Art des Kunststoffs als auch die Verarbeitung stark variieren können.

 

Kunststoffbehälter, in denen Tee gelagert wird, sollten unbedingt folgende Anforderungen erfüllen:

  • geeignet für Lebensmittel
  • keine Weichmacher wie BPA
  • geschmacks- und geruchsneutral
 

Die perfekte Wassertemperatur

Die meisten Menschen füllen für die Teezubereitung einfach einen Wasserkocher mit Leitungswasser, lassen die klare Flüssigkeit aufkochen und gießen sie anschließend sofort über den Tee. Auf Teeverpackungen ist oft der Hinweis zu lesen, der Tee solle mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen werden. Diese Empfehlung hat hygienische Gründe – vermutlich möchten sich die Hersteller und Händler mit dieser Empfehlung auch absichern. Für den Geschmack des grünen Tees ist kochendes Wasser jedoch problematisch.

  • 100° C sind für das empfindliche Aroma zu viel.
  • Geschmacklich sind Temperaturen von 70 bis 80° C optimal.
  • Einige Teegenießer bereiten das Getränk sogar nur mit einer Wassertemperatur von 60° C zu
 

Wann hat das Wasser die richtige Temperatur?

Ein Thermometer, das speziell für Nahrungsmittel gedacht ist, kann die Temperatur des Teewassers überprüfen. Badethermometer und ähnliches eignen sich hingegen nicht zu diesem Zweck, selbst wenn sie neu und unbenutzt sind. Bei der Auswahl eines Thermometers für Lebensmittel ist zu beachten, welche Maximaltemperatur erlaubt ist. Für die Teezubereitung sollte das Thermometer bis mindestens 100° C messen, um den Temperaturverlauf verfolgen zu können. Viele Teegenießer lassen das Wasser zunächst aufkochen und warten, bis es auf die richtige Temperatur abgekühlt ist. Einige Wasserkocher verfügen über ein eingebautes Thermometer, das den Prozess erleichtern kann. Wer kein geeignetes Thermometer zur Hand hat, sollte das Wasser nach dem Kochen einige Minuten lang stehen lassen:

 

  • für 80° C: ca. 1 Minute
  • für 70° C: ca. 3 Minuten
  • für 60° C: ca. 8 Minuten
 

Einflussfaktor Wasserkocher

Wasserkocher aus Kunststoff und Aluminium sind für die Zubereitung von grünem Tee umstritten. In Einzelfällen können sie den Geschmack des Wassers negativ beeinflussen. Glas, Edelstahl und Porzellan sind mögliche Alternativen. Sie gelten grundsätzlich als neutral. Bei der Auswahl des richtigen Wasserkochers ist darauf zu achten, dass das Wasser nur mit unbedenklichen Materialien in Berührung kommt. Ein Kunststoffgriff an der Außenseite des Geräts ist für den grünen Tee selbstverständlich unproblematisch.  

Der perfekte Wasserkocher für grünen Tee besitzt eine Möglichkeit zur Einstellung der Temperatur (60°C – 90°C) und eine digitale Anzeige der aktuellen Wassertemperatur.

 

Frisches Wasser ist ein Muss

Auch stilles Wasser enthält gelöste Gase. Für das Aroma des grünen Tees ist vor allem das Kohlendioxid wichtig. Wenn das Wasser längere Zeit steht, kann das Kohlendioxid entweichen. Das Wasser schmeckt dann abgestanden und schal. Das gleiche passiert, wenn das Wasser zu lange kocht. Es reicht, wenn das Wasser kurz sprudelnd aufkocht und dann abkühlt. Mineralwasser ist für die Teezubereitung hingegen nicht geeignet. Es zeichnet sich durch einen relativ hohen Gehalt an Kalzium aus, wodurch sich die Wasserhärte erhöht.

 

Optimale Wasserhärte für grünen Tee

Auch die Wasserhärte ist für den Geschmack des grünen Tees entscheidend. Grüner Tee lässt sich am besten mit weichem Wasser zubereiten, das nur wenig Kalk enthält. Wenn sich im Wasserkocher innerhalb kurzer Zeit viel Kalk ablagert, ist das Wasser für die Teezubereitung deshalb suboptimal.

  • Weiches Wasser macht den grünen Tee klar und aromatisch.
  • Hartes Wasser kann den Tee trüben und dunkel färben.
Wenn das Wasser zu hart ist, kann beispielsweise ein Wasserstoff-Ionenaustauscher helfen. Er entzieht dem Wasser Kalziumionen. Dadurch sinkt die Wasserhärte.

Die Wassertemperatur von Grüntee ist neben der Ziehzeit der wichtigste Faktor bei der Zubereitung. Geschmack, Aroma und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe werden mitbestimmt.

Der richtige pH-Wert für die Teezubereitung

In der traditionellen japanischen Teezeremonie kommt das Namenswasser Meisui zum Einsatz. Leitungswasser besitzt in Deutschland im Allgemeinen zwar Trinkwasserqualität, doch vor allem der pH-Wert und Härte schwanken enorm. Sogar innerhalb derselben Stadt sind große Unterschiede möglich. Der ideale pH-Wert für die Teezubereitung liegt zwischen 6,4 und 6,8 und ist somit leicht sauer. Die Farbe des aufgebrühten Tees gibt einen Hinweis auf den pH-Wert.

  • Optimaler pH-Wert: Die charakteristische grüne Farbe des Tees ist gut zu sehen
  • Zu sauer: Der Tee besitzt nur eine schwache Färbung
  • Zu basisch: Der Tee wird trüb oder sogar braun
Oft kann der Wasserversorger Auskunft über den pH-Wert des Wassers geben. Zuständig sind in der Regel die Stadtwerke oder ein vergleichbarer Betrieb. Der pH-Wert des Wassers lässt sich auch mithilfe von Teststreifen überprüfen, die beispielsweise in der Apotheke erhältlich sind. Diese Messung muss mit dem Leitungswasser daheim jedoch nur einmal durchgeführt werden, da der pH-Wert am selben Standort in der Regel nur leicht schwankt.
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