Die gesunde Wirkung von grünem Tee

Tee ist ein weit verbreitetes und beliebtes Heißgetränk. Vielfach wird der schwarze Tee getrunken, doch insbesondere in den fernöstlichen Ländern, wie Japan und China, ist grüner Tee sehr beliebt und ihm werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Viele positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit konnten mittlerweile durch wissenschaftliche Studien zweifelsfrei belegt werden oder werden durch Statistiken nahe gelegt. Doch stellt dich zunächst die Frage, was den grünen Tee so gesund macht. Die Antwort liegt in der besonderen Art der Herstellung.

 

Wie entsteht grüner Tee?

Grüner Tee ist das aufgebrühte Getränk aus den Blättern des Teestrauchs, Camelia sinensis, welcher über weite Teile Südost-Asiens verbreitet ist. Die Blätter werden gepflückt und müssen anschließend welken, wodurch sie weich werden. Die Blätter werden anschließend gerollt um die Zellwände aufzubrechen. Dadurch können sich die gesunden Inhaltsstoffe in den Blättern frei verteilen und beim Brühvorgang wesentlich leichter ins Wasser übergehen. Damit die Inhaltsstoffe nach dem Aufbrechen der Zellwände nicht zerstört werden können, werden die gerollten Blätter kurz erhitzt und somit konserviert. Bei schwarzem Tee werden die Blätter hingegen vor dem Erhitzen fermentiert, wodurch bestimmte Inhaltsstoffe, die Catechine, zerstört oder zumindest umgewandelt werden.  

Handverarbeitung von Grüntee-Pflanzen

 

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe in grünem Tee

Grüner Tee enthält eine Reihe von gesunden Inhaltsstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe, sowie eine Reihe von organischen Verbindungen, die positive Effekte haben oder denen solche zumindest nachgesagt werden. An Vitaminen und Mineralstoffen sind in grünem Tee enthalten:
  • Calcium
  • Fluorid
  • Kalium
  • Kupfer
  • Magnesium
  • Nickel
  • Vitamin A
  • Vitanin B
  • Vitamin B2
  • Zink

An organischen Verbindugen sind in grünem Tee enthalten:

  • Aminosäuren (hauptsächlich Theanin)
  • Carotine
  • Catechine (hauptsächlich Epicatechin, Epicatechingallat, Epigallocatechin und Epigallocatechingallat)
  • Koffein
  • Tannine
Während alle genannten Inhaltsstoffe für den menschlichen Körper von Bedeutung sind, so haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass vor allem das Catechin Epigallocatechingallat für den Großteil der positiven Wirkungen verantwortlich ist. Lediglich die Tannine haben als Gerbstoffe eine besonders erwähnenswerte, beruhigende Wirkung auf den Verdauungstrakt und sind verdauungsfördernd. Der Geschmack wird vor allem durch das Theanin und andere Aminosäuren beeinflusst, welche rund 6 % Massenanteil ausmachen.

 

Wirkungen der Catechine

Mittlerweile wurde eine große Anzahl wissenschaftlicher Studien und statistischen Erhebungen durchgeführt, welche überprüfen sollen, welche gesundheitsfördernden Effekte grüner Tee hat. Vielfach sind die Untersuchungen noch nicht ausreichend genormt gewesen, wodurch einige Ergebnisse nicht abschließend geklärt sind. Trotzdem hat sich gezeigt, dass grüner Tee definitiv gesund ist und dies hauptsächlich am Epigallocatechingallat liegt. Die enthaltenen Catechine sind in erster Linie antioxidative Substanzen. Das heißt, dass sie freie Radikale abfangen, welche ansonsten eine schädigende Wirkung auf Zellen und insbesondere das Erbgut haben und zu vorzeitiger Zellalterung und Krebs führen können. Die Funktion als Radikalfänger führt wahrscheinlich auch dazu, dass die Maillard-Reaktion im Körper unterbunden wird. Bei dieser lagert sich Glucose an Proteine an und kann insbesondere die Nieren schädigen. Somit wirkt grüner Tee der diabetischen Nephropathie entgegen.

 

Die Wirkung auf Krebs

Neben der Wirkung als Radikalfänger haben Catechine, laut statistischen Untersuchungen, wahrscheinlich eine Krebs vorbeugende Wirkung. In Ländern, in denen grüner Tee sehr regelmäßig getrunken wird, ist das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken deutlich geringer. Bei statistischen Untersuchungen sollte man jedoch vorsichtig sein, da sie nur indirekt beobachten und noch andere Gründe möglich sind. Daneben zeigte eine weitere Studie, dass sich Epigallocatechingallat vermehrt in den Zellen von Prostata-Tumoren anreichert. Dabei konnte bewiesen werden, dass der Stoff das Zellwachstum hemmt. Dies könnte ein Hinweis auf eine vorbeugende Wirkung sein, jedoch zumindest eine Therapie unterstützen.

 

Der Schutz des Herz-Kreislauf-Systems

Die bekannte Ohsaki-Studie mit 40.530 Teilnehmern ergab dass grüner Tee das Herz-Kreislauf-System schützt. Es zeigte sich eine Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen um 31 % und bei Männern um 22 % und lebensverlängernde Wirkung bei 23 % beziehungsweise 12 %.

 

Der Schutz des Nervensystems

Es konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden, dass grüner Tee das Nervensystem schützt und neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugt oder zumindest ihren Verlauf deuchtlich abmildert. Da unterschiedliche Erkrankungen jedoch auf jeweils andere Ursachen zurück zu führen sind, darf nicht angenommen werden, dass grüner Tee in der gleichen Weise diesen entgegen wirkt. Bei der erblich bedingten Chorea Huntington, welche durch die Bildung von Plaques ausgelöst wird, konnte gezeigt werden, dass grüner Tee die Plaque-Bildung und somit den Krankheitsausbruch verzögert. Die Krankheiten Parkinson und Alzheimer werden durch die Bildung von Amyloidfibrillen ausgelöst. Deren Bildung wird von Epigallocatechingallat unterbunden. Epigallocatechingallat reguliert auch T-Lymphozyten, welche für Multiple-Sklerose verantwortlich gemacht werden.

 

Die Wirkung auf den Energiestoffwechsel

Epigallocatechingallat reduziert durch die Hemmung von 11?-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 1 die Cortisol-Konzentration im Körper, wodurch der Aufbau von Glykogen verhindert wird. Die sogenannte tierische Stärke abzubauen ist entscheidend um den Fettstoffwechsel anzuregen. Dadurch werden Low-Carb-Diäten deutlich unterstützt.

 

Ein Hinweis zum Genuss von Grüntee

Auch wenn grüner Tee viele positive Effekte hat, so kommt es immer auf eine vernünftige Dosierung an. Die meisten Studien zeigen positive Effekte ab einem täglichen Konsum von 5 Tassen. Daneben zeigen andere Studien, dass ein Konsum ab 10 Tassen täglich toxische Wirkungen der Catechine zur Folge haben kann die enthaltene Oxalsäure die Nieren schädigen.

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