Grüner Tee aus Japan: Bancha, Gyokuro, Matcha und Sencha

Grüner Tee ist das Nationalgetränk Japans. Ob edler Matcha oder gewöhnlicher Bancha, für jeden Anlass und zu jedem Zeitpunkt gibt es den passenden Grünen Tee.

Die Bezeichnung Grüner Tee verdankt er seinem Aussehen: Die grüne Farbe der Teepflanze bleibt bei der Herstellung erhalten, da Grüner Tee im Gegensatz zu anderen Teesorten nicht fermentiert wird. Die fehlende Fermentation sorgt für den typischen Geschmack von Grüntee und es bleiben viele gesunde Inhaltsstoffe der Pflanze erhalten. In der Naturheilkunde und der Volksmedizin Japans ist der Tee ein Heilmittel für viele Leiden. Grüner Tee enthält aber auch mehr Gerbstoffe als Schwarzer Tee und schmeckt etwas herber als dieser. Mittlerweile gibt es mehr als 1500 verschiedene Sorten.

Sencha – Lieblingstee in Japan

Der am meisten produzierte und konsumierte Grüne Tee ist in Japan der Sencha. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Sen-Cha „simmernder“ oder „gedämpfter“ Tee und bezieht sich auf die Zubereitung. Sencha ist so beliebt, weil es ihn in unterschiedlichsten Qualitätsstufen gibt, von gut und günstig bis edel und teuer. Je nach Qualität schmeckt er leicht bitter bis süß grasig. Die Qualität lässt sich an der Farbe der Blätter erkennen, je dunkelgrüner je hochwertiger. Sencha gehört zu den Tees, die vor der Ernte der vollen Sonne ausgesetzt sind. Arbeiter oder Maschinen ernten die Blätter und dann erfolgt die Dämpfung, Kühlung und das Rollen. Das Rollen der Blätter bewirkt das die Zellwände der Blätter aufbrechen und so die Inhaltsstoffe in das Teewasser gelangen. Bei sehr hochwertigen Teesorten findet jeder Herstellungsschritt in Handarbeit statt. In der Naturheilkunde gilt Sencha als Königssorte, weil er viele gesunde Stoffe enthält. Er soll beim Abnehmen helfen, da er die Fettverbrennung anregt. Aus Senchablättern mit geringerer Qualität besteht Hojicha. Das ist ein gerösteter Grüntee, der vom Geschmack her Schwarztee ähnelt und wenig Koffein enthält. Eine besondere Variante von Sencha ist Shincha: Er gilt als Frühlingstee, der besonders frisch ist, da die Verarbeitung der Blätter gleich nach der ersten Ernte des Jahres erfolgt. In Deutschland ist dieser Tee schwer zu bekommen, da er nicht lange haltbar ist.

Bancha – Jederzeit und für alle

Bancha ist der zweitbeliebteste getrunkene Grüntee in Japan. Er gilt als typischer Tee für den Alltag, der sich in der Thermoskanne mit zur Arbeit mitnehmen lässt. Er schmeckt leicht herb. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Ban-Cha „gewöhnlicher Tee“. Im Vergleich zu anderen Sorten hat er am wenigsten Koffein. Er entsteht aus älteren und gröberen Blättern als Sencha und die Ernte betrifft die Blätter, die nach der Senchaernte nachgewachsen sind. Bancha-Blätter dienen auch zur Hojicha-Herstellung. Eine weitere Variante dieser Sorte ist der Sannenbancha. Erst nach drei Jahren Fermentation und Röstung kommt er auf den Markt. Er gilt als Heilmittel, schmeckt mild und ist ideal um die Symptome einer alkoholhaltigen Nacht zu bekämpfen.

Gyokuro – Der edle Grüntee

Der Gyokuro gilt als edler Grüner Tee. Da er nicht zu den günstigsten Tees zählt, kommt er vor allem bei besonderen Gelegenheiten zum Einsatz. Ins Deutsche übertragen bedeutet Gyokuro Jadetropfen oder Juwelentau. Im Gegensatz zu Sencha und Bancha gehört er zu den Tees, deren Pflanzen ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr der Sonne ausgesetzt sind. Daher ist er auch als Schattentee bekannt. Da die Pflanze abgedeckt ist, speichert sie ihre Aromen und hat weniger Bitterstoffe. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Blätter feuchter und zarter sind. Der Geschmack des Tees ist leicht süßlich. Der Koffeingehalt ist hoch. Beim Tee gelten dieselben Regeln wie bei einem guten Wein: Die Anbaugebiete verraten einiges über den Geschmack und die Qualität. Als sehr gute Anbauregionen für Gyokuro sind die Regionen Uji, Mie, Yame und Shizuoka bekannt. Am besten schmeckt der Tee mit der richtigen Zubereitung und einer guten Wasserqualität. Ein Aufguss ist bis zu dreimal möglich. In der traditionellen japanischen Zubereitung reicht eine Wassertemperatur von 50 Grad. Kocht das Wasser, verliert der Tee seinen Geschmack. Eine sehr seltene und kostbare Sorte ist der Kuradashi Gyokuro. Er reift und lagert über mehrere Jahre und schmeckt süß.

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Horaido Gyokuro Fuuki Tee

Matcha – Der Pulvertee für die Teezeremonie

Mat-Cha bedeutet gemahlener Tee. Diese Form des grünen Tees ist sehr edel. In weniger hochwertiger Form ist er eine wichtige Zutat für japanische Süßspeisen oder Getränke. Die Qualität lässt sich an der Farbe und Konsistenz des Pulvers erkennen: Hochwertiger Matcha ist leuchtend hellgrün und sehr fein. Die Teepflanzen sind wie beim Gyokuro vor der Sonne geschützt. Für die Herstellung von Matcha kommen nur die Blätter zum Einsatz und diese werden fein zermahlen. In der traditionellen Teezeremonie erfolgt die Zubereitung des Tees auf besonders schonende Weise: Mit einem Bambusspatel den Tee in eine Matcha-Schale füllen. Dann das Pulver sanft mit einem Bambusbesen unter Hinzugabe von heißem Wasser zubereiten. Der Geschmack ist leicht herb und grasig-frisch. Der Tee enthält viel Koffein und wirkt belebend. Durch die Gerbstoffe ist das Koffein wie bei anderen Grünen Tees gut verträglich für Magen und Darm. Bei einer guten Lagerung bleibt das Pulver bis zu vier Wochen frisch. Ratsam ist eine luftdichte Lagerung im Kühlschrank.

Matcha ist gemahlener Grüner Tee und eignet sich bestns für Superfood Smoothies

Matcha ist gemahlener Grüner Tee und eignet sich bestens für Superfood Smoothies

Die richtige Zubereitung von Grünem Tee

Wer Grünen Tee richtig genießen will, achtet am besten auf die Packungshinweise zur Zubereitung. Grundsätzlich gilt, dass zu heißes Wasser den Tee bitter macht. Am besten sind Temperaturen um 70 Grad. Bei einer traditionellen japanischen Zubereitung kühlt sich das aufgekochte Wasser dadurch ab, dass es zunächst in die Teebecher kommt, um diese anzuwärmen. Dann das Wasser in die Teekanne gießen, um diese anzuwärmen. Nach einem erneuten Umfüllen in die Teebecher, abschließend das Wasser in die Kanne füllen und den Tee hinzufügen. Nach etwa einer halben Minute Ziehen ist der Tee servierbereit. Klassische japanische Teebecher haben keine Henkel, daher ist es von Vorteil den Tee nicht siedend heiß zu trinken. Der Tee lässt sich bei guter Qualität mehrmals aufgießen. Am besten entwickelt sich der Geschmack ohne Zucker, Süßstoff, Milch oder Zitrone. Kalkhaltiges Wasser kann die Aromen negativ beeinflussen und für den echten Genuss empfiehlt sich, das Wasser vorher zu filtern. Grüner Tee lässt sich auch kalt zubereiten und ist im Sommer als kühles Getränk sehr erfrischend. Mit kaltem Wasser hat er im Kühlschrank eine Ziehzeit von mindestens einer Stunde. Am besten ist es, sich durch die verschiedenen Sorten durchzutesten und den Lieblingstee für den individuellen Geschmack zu finden. Nach der Katastrophe von Fukushima ist es empfehlenswert auf Teesorten außerhalb der nordjapanischen Anbaugebiete zurück zu greifen.

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