Hilft grüner Tee beim abnehmen?

Grüner Tee ist seit Jahrtausenden im fernen Osten ein außerordentlich beliebtes Heißgetränk und erfreut sich auch bei uns zunehmender Beliebtheit. Dem Getränk werden zahllose gesunde Wirkungen zugeschrieben. Für manche davon gibt es Indizien, andere wiederum sind mittlerweile bewiesen. Da wir den menschlichen Stoffwechsel mittlerweile recht gut kennen und verstehen, gibt es für zumindest eine positive Wirkung des grünen Tees eine wissenschaftlich sehr erklärte Begründung: Grüner Tee hilft beim Abnehmen.

 

Aspekte des Energiestoffwechsels

Bevor man verstehen kann wieso und wie überhaupt grüner Tee bei der Gewichtsreduktion hilft, muss man zunächst verstehen wie überhaupt der Energiestoffwechsel funktioniert. Unsere Nahrung besteht hauptsächlich aus drei Nährstoffen, nämlich den Proteinen, den Kohlenhydraten und den Lipiden oder zu Deutsch, Eiweiß, Zucker und Fett. Für den Energiestoffwechsel spielen Proteine nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind hauptsächlich am Muskelaufbau beteiligt und haben keine besondere Wirkung auf den Energiehaushalt beziehungsweise insbesondere auf die Fettreserven. Fett ist durchaus das endgültige Problem, da Fettzellen zu 2/3 daraus bestehen, jedoch ist es zunächst nicht die Ursache, warum es zu Übergewicht kommt. Hierfür sind in wesentlich höherem Maße Kohlenhydrate wie Zucker oder Stärke verantwortlich. Der menschliche Energiestoffwechsel funktioniert in zwei verschiedenen Stufen. Die erste davon ist der Zuckerstoffwechsel. Zucker oder auch Mehrfachzucker in Form von Stärke ist ein sehr leicht verwertbarer Nährstoff und wird vom Körper bevorzugt. Aus diesem Grund speichert der Körper einen großen Vorrat an Zucker in Form von Glykogen, der sogenannten tierischen Stärke. Glycogen und der Blutzuckerspiegel regulieren sich wechselseitig mithilfe der Hormone Cortisol, Adrenalin, Glucagon und Insulin. Im menschlichen Körper werden Kohlenhydrate in der Muskulatur, in den Nieren und in der Leber gespeichert. Die Gesamtmenge an gespeichertem Glykogen beträgt bei durchschnittlichem Ernährungszustand rund 400 g, kann jedoch erheblich schwanken. Die Schwankungen sind in der leichten Verfügbarkeit begründet, da insbesondere in den Muskeln Glykogen innerhalb kürzester Zeit wieder zu Glucose, also dem einfachsten Zucker im menschlichen Stoffwechsel, abgebaut werden kann. Der Fettstoffwechsel ist letztlich an den Zuckerstoffwechsel geknüpft. Wird der Energiebedarf durch Zucker gedeckt, geht Fett gar nicht in den Stoffwechsel ein, sondern wird unmittelbar als Reserve in Fettzellen eingelagert. Erst wenn die Glykogenvorräte aufgebraucht sind und der Blutzuckerspiegel nicht mehr durch Zucker aufrecht erhalten werden kann, beginnt der Körper Fett abzubauen und dem Energiestoffwechsel zuzuführen. An dieser Stelle setzen besonders erfolgreiche Diäten und die Wirkung des grünen Tees an.    

Die Inhaltsstoffe des grünen Tees

Grüner Tee enthält eine ganze Reihe von Mineralstoffen, Vitaminen, bestimmten Aminosäuren, Koffein und letztlich Catechinen. Neben drei anderen, in größeren Mengen enthaltenen Catechinen wird insbesondere dem Catechin Epigallocatechingallat ein Großteil der gesundheitsfördernden Wirkungen des grünen Tees zugeschrieben und mittlerweile konnte bewiesen werden, dass es maßgeblich in den Energiestoffwechsel des Menschen eingreift.  

Wirkungsweise einer Low-Carb-Diät

Entsprechend der vorgestellten Prinzipien funktioniert jede Low-Carb-Diät. Bei diesen Diäten werden Kohlenhydrate in der Nahrung auf ein Minimum reduziert oder vollständig weggelassen. In Folge dessen verbraucht der Körper sehr schnell seine Glykogen-Reserven. Anschließend ist er gezwungen den aufwändigeren Fettstoffwechsel in Gang zu bringen und letztlich seinen Energiebedarf aus den Fettzellen heraus zu decken. Sobald dieser Stoffwechselweg in Gang gebracht worden ist, behält ihn der Körper solange bei, solange die Glykogen Reserven leer bleiben und er auf das Fett als Energiequelle angewiesen ist. Das Epigallocatechingallat aus dem grünen Tee hilft schließlich dabei diesen Stoffwechselweg effektiv aufrecht zu erhalten.  

Wie hilft grüner Tee beim abnehmen?

Der Zuckerstoffwechsel beruht auf einer Kette von Vorgängen, welche an einem bestimmten Punkt mit Prähormon Cortison beginnt. Das unwirksame Prähotmon Cortison wird durch das Enzym 11?-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 1 in das aktive Hormon Cortisol umgewandelt. Cortisol wiederum wirkt auf das Hormon Adrenalin sowie auf die Aufnahme von Zucker in die Leber und die Muskeln beziehungsweise letztlich den erneuten Aufbau von Glykogen in diesen Organen. Darüber hinaus hat Cortisol eine ganze Reihe anderer Wirkungen auf den menschlichen Körper, welche zwar in Maßen wichtig sind, jedoch sich im Übermaß auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden negativ auswirken können. Das Catechin Epigallocatechingallat greift schließlich ganz am Anfang dieser Kette in den Energiestoffwechsel ein, indem es eine sehr stark hemmende Wirkung auf die 11?-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 1 hat. Durch die Hemmung des Enzyms wird nur wenig Cortison in Cortisol umgewandelt. Die Folge daraus ist, dass der Körper zwar Glykogen aus den Speichern in der Leber und der Muskulatur abbauen und den gewonnenen Zucker verbrauchen, jedoch keinen neuen Zucker in die Speicherorte transportieren und dort auch kein neues Glykogen aufbauen kann. Somit bleibt der Körper selbst dann gezwungen von seinen Fettreserven zu zehren, selbst wenn kleinere Menge Kohlenhydrate während einer Low-Carb-Diät aufgenommen werden. Dadurch wird letztlich, zumindest bei konsequenter Durchführung der Diät, der gesamte Fettvorrat des Körpers verbraucht und man nimmt langfristig ab.  

Zusammenfassung

  • Der zentrale Inhaltsstoff des Tees ist das Catechin Epigallocatechingallat
  • Epigallocatechingallat hemmt das Enzym 11?-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 1
  • Unwirksames Cortison kann nicht in Cortisol umgewandelt werden
  • Durch fehlendes Cortisol wird kein Glykogenvorrat wiederaufgebaut
  • Der Körper wird zur Fettverbrennung gezwungen
SHARE IT:

Ein Kommentar verfassen

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>